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Das Amulett

Da war einmal ein Mensch, der war mittellos.

Dieser Mensch arbeitete unermüdlich von morgens bis abends und sein Geld rann ihm trotzdem durch die Finger wie Sand.

Sein Schmerz darüber war so groß, dass er sich Hilfe holen wollte. Egal, wie sie ausfallen würde, er würde sie ernst nehmen, denn er war sehr verzweifelt.

So lief er in die Ferne und traf eines Tages auf ein Häuschen am Wegesrand. Dort lebte ein Hutzelweibchen, das sich ihre Füße am Feuer wärmte.

„Ich werde dir etwas schenken für den Mut, dass du unbekanntes Land betreten hast.“, sagte sie, und übergab ihm eine Tasse heißen, wärmenden Kakaos, Kekse und ein Amulett. „Trage dieses Amulett stets bei dir. Es wird dich vor weiteren Gefahren beschützen.“

Freudvoll band sich der Mensch das Amulett um den Hals, bedankte sich und ging seines Weges weiter.

Nicht sehr lange kam er wieder an einem Häuschen am Wegesrand vorbei. Darin saß ein Kind, das am Kamin mit seinem Spielzeug spielte. Es schaute zu ihm rauf und sagte: “Ich will dir helfen, dein Problem zu lösen. Zuerst aber gibst du mir dein hübsches Amulett!“

“Ein Kind?”, fragte sich da der mittellose Mensch.

Doch die Kekse und der Kakao des Hutzelweibchens nährten ihn noch und er willigte ein.

Das Kind nahm das Amulett entgegen, bat ihn, am Kamin mit es zu spielen und sagte dann nach ein paar Stunden: „So, wir sind fertig. Trete aus der Tür heraus und es wird alles anders sein.“

Der Mensch, noch ganz versunken in das Spiel, taumelte etwas verloren auf die Straße zurück und fasste sich an den Hals. Alles, was ihm lieb war, hatte er fortgegeben. Er vermisste sein Amulett sehr.

So ging er den Weg weiter entlang und sah nicht, wie alles sich bereits verändert hatte. Einzig sein Amulett blieb in seinem Gedächtnis.

Vor Kummer, das Amulett für immer verloren zu haben, stahl er sich eines Nachts in das Haus des Kindes und entnahm das Schmuckstück vom Nachttisch des Kindes. „Nimm es nur…“, murmelte das Kind im Schlaf und der Mensch erschrak kurz, dachte aber dann, es träume wohl.

Glücklich, das Amulett wieder bei sich zu haben, trat der Mensch aus der Tür. In dem Moment wandelte sich alles und alles, was sich verändert hatte, wurde wieder zum alten.

Da ging der Mensch enttäuscht zurück zum alten Hutzelweibchen und zeigte ihr das Amulett. „Es hat mir nur Unglück gebracht, dein Amulett!“, sagte er vorwurfsvoll.

Die Alte aber lächelte: „Dein Mut soll stets belohnt werden. Daher gib, was du geben kannst. Doch der, der aus Angst festhält, wird Sicherheit verlieren.“

Der Mensch aber verstand ihre Worte nicht.

Bekümmert verließ er das Haus und warf das Amulett weit von sich.

„Und wieder habe ich nichts.“, sagte sich der Mensch betrübt, „es ist eben wie es ist.“

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